Monatsarchiv für Oktober 2008

Was verblieb

Sonntag, den 12. Oktober 2008

Vielleicht habe ich alles nur geträumt. Vielleicht war alles gar nicht wahr. Vielleicht war alles nur ein Traum einer verlorenen Nacht.

Da war keine Zahnbürste, kein Rasierer, kein Buch, kein Film, keine Unterwäsche, keine Kleider. Es gab nichts zu retten, mitzunehmen, abzuholen.

Nichts verblieb. Erinnerungen verblassen in der Zeit. Alles verliert sich im Universum.

Liebesversprechen

Donnerstag, den 9. Oktober 2008

Ohne zu fragen lege ich stets mein Leben in die Hand des Anderen. Blind, ungefragt, ungesagt, das große Gefühl braucht keine Worte. Ein aufeinander achten und füreinander sein.

Doch jede Liebesgeschichte ist eine Geschichte vom Tod. Himmelrauschen wird zu Trauergesang. Innigste Zuneigung verbleibt in heftiger Verneinung. Nein, das sollen nicht meine Lieder und Lügen sein.

Ich werde meine Tür nie verschliessen. Ich werde immer da sein. Auch wenn es eigenes Unglück bedingt. Und dabei jede Träne in Stille ertragen.

Bis bald

Dienstag, den 7. Oktober 2008

Ich habe meine Wohnung nie verlassen ohne mich von ihr zu verabschieden. Nacheinander und still streife ich durch die Räume, verweile jeweils einen kurzen Moment.

Das Schlafzimmer, in welchem Kerstin selten einen Höhepunkt bekam, das Bad, in dem gestern noch ein paar Kerzen brannten, die Küche, worin ich schon endlose Stunden vor den Töpfen stand, das Wohnzimmer, alles ganz ordentlich.

Ich habe nie darüber nachgedacht. Es ist einfach wichtig für mich, nicht einfach nur zu gehen.